Die ARThus-Tänzer aus dem Rostocker Freizeitzentrum werden 30 Jahre alt

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Tanz-Flashmob auf dem Uni-Platz: Pepe Escobar und seine ARThus-Truppe mischt die Innenstadt auf. Foto: ARThus

Frischer Wind aus Mexiko

Der Uniplatz ist gerade dabei, sich zu entspannen. Die Sonne scheint, die Einkäufe sind erledigt, jetzt noch ein Eis am Brunnen der Lebensfreude … Plötzlich diese Mundharmonikatöne, kurz darauf setzt ein harter, treibender Tanzrhythmus ein. Die Leute bleiben stehen. Da finden sich auf einmal zwanzig Mädchen und ein paar Jungs zu einer Formation zusammen. Ein Tanz-Flashmob. Die Leute bleiben stehen, klatschen mit, zücken ihre Handys. Und mittendrin ein junger Mann mit Schlips und Sonnenbrille: Kut Ahyadi Rähä Kaito José Juan Escobar Torres. „Nenn mich einfach Pepe“, sagt er und lacht. „Meinen indianischen Namen kann man nur schwer aussprechen.“

Seit einem halben Jahr ist der Mexikaner als Tanzlehrer an der Jugendkunstschule ARThus am Rostocker Freizeitzentrum in der Kuphalstraße. Mit Pepe ist tatsächlich frischer Wind eingezogen: Rock, Pop, Jazz ist jetzt angesagt bei den Jugendlichen und natürlich die lateinamerikanischen Tänze: Chachacha, Salsa, Merengue.

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Vor drei Jahren kam Pepe Escobar aus Mexiko nach Rostock. Heute ist er einer der Tanzlehrer am ARThus. Foto: ARThus

„Spaß muss es machen“, sagt Pepe Escobar. „Vor allem den Tänzern. Wer wirklich tanzen will, dem ist sogar das Publikum egal. Die Musik, die Bewegung – das reicht, um Freude ins Leben zu bringen.“ Mit ungefähr 15 Jahren hat er das Tanzen für sich selbst entdeckt und seitdem gehört es für ihn auf die Straße. „Dort hat man immer Publikum, dort kann man immer etwas lernen. Oder man trifft jemanden, der einem wieder ein Stück weiterhilft.“ Einmal im Jahr fliegt er nach Querétaro, um seine Familie zu besuchen.

Pepe ist einer, der Gelegenheiten ergreift. In seiner Heimatstadt Querétaro arbeitete er Trainer, Fremdenführer, Organisator. Im Jahre 2010 kam er nach Rostock und blieb. Auch die deutsche Sprache erarbeitet er sich selbst: „Gespräche, Radio, Fernsehen, Zeitung, Musik – man kann doch einfach immer lernen.“ In Mexiko begann er ein Soziologiestudium, das er inzwischen abgeschlossen hat. Jetzt ist er auf Tourismusmanagement umgestiegen. Das liegt ihm: Er ist als Sprachenlehrer unterwegs, zeigt als Fremdenführer den Tagesausflüglern der Kreuzfahrtschiffe die Städte Rostock, Wismar oder Schwerin.

Die Tanzabteilung der Jugendkunstschule feiert in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum und sie wird immer: Schon Kinder ab drei Jahren kommen zu den Tanzkursen für die Kleinsten, später bauen sie auf bis zum Alter von 18 oder 19 Jahren. Die Tänzer können die verschiedenen Kurse zusammenführen: Malerei und Keramik, Theater und Musik – alles soll in ein Tanzvideo passen, das die Jugendkunstschule sich selbst zum Geburtstag schenken will. „Wichtig ist doch, dass alle Angebote der Jugendkunstschule das gleiche wollen“, sagt Pepe Escobar. „Wir fördern die Freude an der eigenen Kreativität. Alle auf anderen Wegen.“

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Foto: ARThus

Wie es sich für einen Flashmob gehört, dauert der spontane Auftritt nur ein paar Minuten. Pepe rollt die Verlängerungsschnur zusammen und verstaut die mobile Musikanlage im Auto. „Das war für uns ein wichtiger Schritt heute“, sagt er und klatscht ein paar der Tänzerinnen ab, die sich von ihm verabschieden. „Wer sich einfach auf die Straße stellen und fröhlich lostanzen kann, der schafft auch alles andere.“ Die Tänzerinnen und Tänzer des ARThus treten derweil auch bei verschiedenen Gelegenheiten, wie den Stadtteilfesten in Rostock und Umgebung auf. Die nächste Möglichkeit sie zu erleben gibt es am 1. Juni zum Kindertag im Zoo Rostock. Und wer mittanzen möchte, kann sich unter www.arthus.de über das Kursangebot der Jugendkunstschule informieren.