Premiere von The Who’s Tommy im Volkstheater. Is it a boy?

Marcus Melzwig als Tommy in der neuen Rockoper am Volkstheater

Neues altes Haus, neues altes Glück. Das Volkstheater startet seine neue Spielzeit zeitgleich zur Wiedereröffnung des Großen Hauses mit einer Rockoper. Großformatig ist Rostock mit Ankündigungen tapeziert: mit Aufmachern, die etwas zwischen Werbung für eine neue RTL-Serie haben oder an Tourneeplakete eines Illusionskünstlers erinnern.

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Absurd ist‘s hier, absurd im Norden. Volkstheatralik in Rostock

Jakob Kraze als Faust und Undine Cornelius als Mephisto (Foto: VTR)

Das Foyer hat sich in den Saal geleert, die Gäste harren erwartungsvoll auf ihren Sitzen. Die Bühne ist beleuchtet, zu sehen ist eine mit Baufolie verhangene und mit Brettern vernagelte Kulisse.

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Eckard Sinzig – der Kosmoshasser will Satisfaktion

Was haben Eckard Sinzig, Theodor Fontane und Gustave Flaubert gemeinsam? Diese Männer schrieben Bücher, die mit der Einfühlsamkeit einer Frau daherkommen und es geschafft haben, mit der ewigen Domäne des Männerhelden in der Literatur zu brechen.

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Eckard Sinzig – Gesäßscheitel und andere Frisuren. Eine Untertreibung

Es gibt, das ist kaum zu glauben, Verdrängungsbestrebungen in der Literatur. Das geschieht meist mit Belletristik, welche die sexuelle Realität ungeschönt, oder die ungeschönte Sexualität realistisch darstellt. Schmutz wurde schon immer gern in augenferne Ecken gekehrt.

Das Schweigen, die Kunst der Verdrängung durch verbale Unterlassung, das bei manch aktueller Literatur im unschuldig rosa daher kommenden Schweinereigebaren viel zu kurz kam, hat an anderer Stelle zur Verschüttung einer trojanischen Bestie geführt: Dirk Zaesing, mit bürgerlichem Namen Eckard Sinzig, ist faktisch ein derzeit viel zu wenig gelesener Autor, aber immerhin ein offizieller Insider.

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Kehlmanns neues Kind und Kegel: Ein Schwung und alle Neune

Mit der „Vermessung der Welt“ feierte die Literaturlandschaft eine neue literarische Pflanze. Die Euphorie überschlug sich in Beifallsbekundungen, an Kehlmann sollte die Welt gesunden. Endlich wieder ein Roman. Die verbalen Orden, welche man dem Autor anhängte, grenzten an Überforderung einer noch immer recht jungen Person, dessen erste Erzählbände einem aufrichtigen Leser noch verhältnismäßig unreif scheinen dürften: Bei Daniel Kehlmann verhärte sich der Genieverdacht (Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung). In einer Gesellschaft, in welcher Universitäten in Rankings nach ihrer Qualität eingestuft werden und das Motto gilt: Money makes the world go round, stehen die Verkaufzahlen des Buches für die Beweiskraft des Genieverdachts.

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