Rebellische Schweden – „Falling from Grace“ in der Kunsthalle Rostock

Falling from Grace in der Kunsthalle Rostock

Falling from Grace – in Ungnade fallen. Die aktuelle Ausstellung der Kunsthalle Rostock ist in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Kunstmuseum Kalmar entstanden und zeigt Werke junger schwedischer Künstler.

Schweden hat seinen Status als Vorzeige-Wohlfahrtsstaat im Zuge der Globalisierung und der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen längst eingebüßt.

So ist auch viel Gesellschaftskritik in den Werken der „jungen Wilden“ zu entdecken.

Der Bunker von Gustav Hellberg trägt den Titel „Life is good“ und ist so etwas wie eine Metapher für unser Leben und unser Verständnis von Realität. Wer im Bunker sitzt, guckt sich die Welt durch den Fernseher an, doch reality TV sei nicht die Wirklichkeit, so der Künstler. Hellberg mischt Konsumkritik mit dem Hinweis auf die Scheuklappen der Gesellschaft. „Kaufe, um glücklich zu sein“, doch ein Horizont mit dem Radius null ist eben kein Standpunkt.

Es ist eine kritische und fast schon rebellische Ausstellung. Die acht teilnehmenden Künsterlnnen und Künstler werden in ihrem Heimatland mittlerweile zu einer verlorenen Generation gezählt. Diese scheint jedoch nicht dazu bereit, die Opferrolle anzunehmen. Vielleicht gehe es bei der Ausstellung sogar um eine gänzliche Neudefinition des schwedischen Wohlfahrstaates, spekuliert Kurator Martin Schibli.

Für die Kunsthalle Rostock ist es binnen zwei Jahren bereits die zweite Ausstellung mit Kunst aus dem Ostseeraum. Sie stärkt damit ihren Ruf als Vermittlerin zeitgenössischer Kunst der Ostseeanrainerstaaten und knüpft auch an die alte Tradition der Ostseebienale an.

Ein Besuch der Ausstellung ruft alles andere als Ungnade hervor, sondern lohnt sich absolut. Noch bis zum 9. April lädt die Kunsthalle zum „In Ungnade fallen“.