Willkommen auf der Insel des Zermarterns!

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Heute Abend kann man sich wieder auf die moderne Arbeit der FREIgeister freuen. Um 18.00 Uhr findet die Premiere ihrer Collage ,,Insel der ungebrauchten, ungeliebten Körper“ im Peter-Weiß-Haus statt. Unter der Regie von Christof Lange, wurden die Inhalte von Falk Richters Drama ,,Verletzte Jugend“ und der Inszenierung ,,Trust“ auf interessante Weise zusammengeführt. Ähnlich wie in der vorherigen Aufführung „Zuckerberg und Peitsche“, können sich die Besucher auch hier wieder sicher sein, emotional und selbstwiederfindend gepackt zu werden.

Die Insel bildet das Leitmotiv. Sie spiegelt die unterschiedlichen Zweifel in jedem: ,,Alle auf anderen Wegen, aber aus ähnlichen Gründen“, beschreibt Christof Lange. Die Collage zeigt einen Raum auf, indem allgegenwärtige Bindungs- und Beziehungsprobleme aufgegriffen werden. Die Insel ist also eine Metapher:,,Es geht um‘s Einsam-sein, obwohl alle dieselben Sorgen haben“, erklärt Christof weiter. Es bestehen die unterschiedlichsten Zweifel in jedem, die einen zu zermartern beginnen. Das ist nach Meinung der FREIgeister auch der Grund, warum die Collage den Zuschauer zur Selbstreflexion bewegt. „Für mich ist sie eine Gefühlsvermittlung“, begründet Christof.

Der Umgang mit den Arbeiten von Falk Richter ist bei den darstellenden FREIgeistern unter anderem wegen ihrer Realitätsnähe sehr beliebt. ,,Die Texte sind zudem wie Mini-Geschichten mit logischer Abfolge geschrieben, was ein schnelles identifizieren mit der herangezogenen Rolle möglich macht“, erklärt Christof. Ihm und den Darstellern ist es wichtig, dass sie sich möglichst authentisch in den Figuren wiederfinden. Daher kommt es auch vor, dass ein „Aneinandergeraten oder Rumdallern in den Proben zu neuer Inspiration und frischen Ideen für die Umsetzung führt“, erzählt der Darsteller Damian Reuter.

Für Christof Lange sind die FREIgeister eine Neubelebung: ,,Es war an der Zeit, neue Formen für uns auszuprobieren und damit aufzuhören Theater zu machen, das gefallen soll“. Der elitäre Stil des Theaters soll mit Hilfe des Inhaltes, durch seine Collage-Form, aber auch durch Publikumsgespräche durchbrochen werden. Den FREIgeistern ist in erster Linie wichtig, dass ,,das Aufgeführte die Besucher beschäftigt, nicht dass es schön gefunden wird“, sagt Christof Lange. Kritik wird gleichermaßen erwartet und gern entgegengenommen.

Christof Lange, Tobias Neumann, Damian Reuter, Lucy-Alison Lauer, Henning Krause und Katharina Rose (Foto: von links nach rechts) präsentieren ihre Collage der gedankenvollen Provokation in einer knappen und direkten Form. Sie sind überzeugt, dass in Rostock ein ,,junges Theater“ etabliert werden kann – gerade bei Jugendlichen. Aber auch Eltern und Erwachsene können aus der FREIgeistigen Arbeit etwas nehmen: ,,Wir bauen Brücken zwischen ihrer und unserer Generation, um ein besseres Verständnis zu ermöglichen“, beschreibt Damian. Ab Mittwoch kann man sich in insgesamt sieben Vorstellungen, innerhalb eines mal anderen Bühnenaufbaus im Peter-Weiß-Haus, von den einmalig umgesetzten Texten Falk Richters ergreifen lassen.