Kantor Markus Johannes Langer im Interview: „Ein vielversprechender Auftakt“

St.-Nikolai-Kirche

Am gestrigen Sonntagabend fand in der Nikolaikirche die Auftaktveranstaltung zu der Veranstaltungsreihe „IN PRINCIPIO – Im Anfang – 24 Variationen“ statt. Nach einem beeindruckenden Konzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock zusammen mit dem Figuralchor der St.-Johannis-Kantorei, hat uns Kantor Markus Johannes Langer ein kurzes Interview zur Veranstaltung gegeben.

Kh: Wo sehen Sie die Verbindung zwischen Kunst, Musik, Wissenschaft und Glaube?

Langer: Erst einmal rein äußerlich, indem die verschiedenen Rostocker Kulturinstitutionen zusammengefunden haben. Das heißt zum Beispiel alle Chöre der St.-Johannis-Kantorei, die ja die größte Kantorei hier im Land ist. Dann ganz besonders auch die Kunsthalle, die kommenden Samstag eine große Ausstellung eröffnen wird. Es ist großartig, wenn sich auch die bildende Kunst mit dem Thema beschäftigt. Und dann, neben den anderen involvierten Institutionen, auch die interessanten und sehr renommierten Festredner. Und natürlich das Volkstheater und die Norddeutsche Philharmonie Rostock. Ich bin sehr froh und stolz, dass auch die Schauspieler des Volkstheaters erstmals mit dabei sind. Und was es zusammenhält ist der Inhalt, also das Thema „IN PRINCIPIO“, den Anfang bedenken. Im weitesten Sinn vielleicht auch Genesis, also die Schöpfung, wie die Welt entstanden ist. Aber auch persönliche Anfänge von uns im Leben. Und dass sich diese verschiedenen Institutionen und Kulturschaffenden mit diesem einen Thema auseinandersetzen finde ich außerordentlich faszinierend. Das hatten wir ja vor zwei Jahren schon und das hat wunderbar geklappt. Auch heute war es ein vielversprechender Auftakt.

Kh: Wo Sie es gerade ansprechen, sind für die Zukunft vielleicht schon weitere Zusammenarbeiten geplant im Sinne von solchen Großprojekten? Vielleicht sogar jährlich?

Langer: Jetzt läuft das Projekt erst einmal drei Wochen und die Ausstellung in der Kunsthalle geht noch bis Januar. Es zieht damit also noch weitere Kreise. Intern haben Professor Reinmuth und ich schon überlegt, wenn es weiterhin so gut angenommen wird wie schon beim letzten Mal und auch heute, uns in zwei Jahren einem dritten Thema zu widmen. Jährlich wäre zu viel, da es auch zu aufwändig in der Vorbereitung ist.

Kh: Wie wurden denn bei der Vorbereitung die hier aufgeführten Werke ausgewählt?

Langer: Sie wurden entsprechend dem Thema hauptsächlich nach dem Text ausgewählt. „In Principio“ von Pärt war das Hauptwerk heute Abend. Dann kommt „Der Anfang – Drei Stimmen nach Matthäus“ nächstes Wochenende, eine Uraufführung. Dieses ist auch auf das Thema hin komponiert worden, vom Texter und vom Komponisten Karl Scharnweber, der die Musik geschrieben hat. Am dritten Wochenende kommt eine weitere Uraufführung von dem Komponisten Harald Weiss, der für den Schott Verlag schreibt. Diese heißt auch „In Principio“. Das Thema zieht sich also durch wie ein roter Faden und andere Werke gesellen sich dazu, wie Haydn-Messe heute, um das Ganze abendfüllend zu machen.


Bei diesem Mix von Neukomponiertem und Klassischem kann man sich von IN PRINCIPIO in der St.-Nikolai-Kirche inspirieren lassen und sich eigene Gedanken dazu machen, wie wir die Welt und ihre Rätsel im Kontext des Nichtwissens verstehen. Es wird herzlich dazu eingeladen, seine Vorstellungen zum Thema „Im Anfang“ fließen zu lassen.