Stadtpiraten, bunte Blätter und jede Menge Ton

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„Kinder brauchen Kunst“ heißt es. Und tatsächlich ist es entwicklungspsychologisch nachgewiesen, dass für die Sprösslinge der Umgang mit einem Pinsel, mit Musik oder einer Rolle im Darstellenden Spiel weitaus mehr als nur ein Zeitvertreib ist. Kunst bringt sie zum Verarbeiten, Ordnen und Strukturieren verschiedener Erlebnisse. Gestalten heißt, eine Brücke von innen nach außen zu bauen und der eigenen Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen. Die Jugendkunstschule ARThus Rostock e. V. bietet ein vielfältiges Angebot für Kinder und ihr Ideenreichtum. Zum Beispiel kann man hier kleine Schauspieler bei der schöpferischen Arbeit sehen.

Die Grundschüler der Theatergruppe „Die Stadtpiraten“ proben zurzeit die Schulaufführung „Der Zauberer von OZ“. Unter der Leitung von Theaterpädagogin Christine Damisch, wird jede Szene besprochen und geübt. Sie freut sich über das rege Interesse der Kinder am Schauspiel und setzt sich dafür ein, dass „wieder mehr Theater in die Schullandschaft eingebracht wird“. In ihrer kleinen Gruppe kommt es auch schon einmal vor, dass Kinder zwei Rollen spielen wollen – was auch sehr willkommen ist, denn alle sollen so oft sie mögen auf der Bühne stehen. Christine Damisch erklärt: „Der Zauberer von OZ ist unser jährliches interdisziplinäres Theaterprojekt. Bei der Aufführung werden wir von den verschiedenen Kursgruppen unserer Jugendkunstschule unterstützt. So zum Beispiel durch Tanz und instrumentale Musik, oder dem Chor, der unsere Geräuschkulisse machen wird.“ Auch das Bühnenbild wird tatkräftig unterstützt. Die Schüler aus der Keramikgruppe stellen ihre Werke für die Smaragdstadt zur Verfügung. Hier leitet unter anderem Frau Elke Schröder die Kinder an und führt sie in die Techniken im richtigen Umgang mit einem der ältesten Werkstoffe der Menschheit ein. „Die Arbeit mit Ton ist kompakt. Das mögen die Kinder.“ verrät sie. Erst vor kurzem gab es unter dem Thema „Circus“ eine Ausstellung der Keramiken in der Stadtbibliothek. Jedes Jahr wird ein gemeinsames Thema von allen bearbeitet und exponiert. Elke Schröder erklärt: „Die Arbeit mit so vielen unterschiedlichen Kindern finde ich schön, weil sie so ursprünglich und kreativ ist. Da kommt es auch einmal vor, dass ein Schornstein waagerecht am Dach befestigt ist, oder dass ein Pinguin einen Rucksack trägt.“ Zurzeit entwerfen und fertigen die kreativen Köpfe in der Keramikwerkstatt ihre eigene Herbstblattunruhe mit Hilfe von heruntergefallenem Laub als Schablonen. Verbunden mit dem Glasieren lernen sie gleichzeitig typische Farben dieser Jahreszeit, wie Tannengrün oder Rostbraun, kennen. Wer eine solche Unruhe schon einmal gemacht hat oder wer andere eigene Ideen umsetzen möchte, fängt einfach sein persönliches Kunstprojekt mit Ton an. Hier werden der Kreativität und der Motivation keine Grenzen gesetzt. Die Lust am Schöpferischen und der eigene Antrieb sollen stets erhalten bleiben.


In der Jugendkunsthochschule ARThus werden Kreativität und Imaginationskraft gefördert, wächst der Ideenreichtum, wird flexibles Denken ausgebildet. Anstrengung und Ausdauer vermitteln Kompetenzgefühle. Und ist ein Bühnenstück oder ein Konzert das erste Mal aufgeführt, die Tanzeinlage erfolgreich vollbracht oder ein Werk zum ersten Mal präsentiert, stellen sich Stolz und Selbstbewusstsein ein. „Kinder brauchen Kunst“ und das ARThus-Team freut sich immer wieder viele neue Künstlerinnen und Künstler im Rostocker Freizeitzentrum begrüßen zu dürfen.