Ein Wochenende im Zeichen der Meerjungfrau: Die 7. LichtKlangNacht im Rostocker IGA-Park

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Chinesischer Garten (Foto: Joachim Kloock)

Vom 23. bis 24. August verlief die 7. LichtKlangNacht in Rostock. Unter dem Motto „Die Kleine Meerjungfrau — Wasser, Wunder, Liebeslieder“ anlässlich des 100. Geburtstags der Märchenfigur von Hans-Christian Andersen, wurde im IGA-Park ein buntes Potpourri aus Theater, Musik, Tanz, Film und Lichtkunst geboten. Mit über 6.000 Besuchern erreichte die Veranstaltung einen neuen Besucherrekord. Am zweiten Tag der spätabendlichen Veranstaltung war ich mit dabei.

Die Eröffnung der 7. LichtKlangNacht war klassisch: Die Norddeutsche Philharmonie unter ihrem Dirigenten Florian Krumpöck empfing die Besucher zunächst mit klassischen Orchester-Stücken an der großen Parkbühne. Viele hatten es sich auf mitgebrachten Decken bequem gemacht und genossen in der Stimmung der langsam untergehenden Sonne die Musik. Doch die Philharmonie konnte auch anders: Nach der Hälfte der Eröffnung erschallten zunächst die aufbrausenden Klänge des bekannten „Fluch der Karibik“-Themas über den Park, danach ein moderner Mix aus Klassik und Pop-Musik zusammen mit der Band „Die Zöllner“. Für die 7. LichtKlangNacht war diese Mischung aus verschiedenen Kunstbereichen maßgebend. Ein breit gefächertes Programm erwartete die Besucher.

Nach der Eröffnung an der Parkbühne konnte man sich aussuchen, wohin es einen verschlägt: 15 Stationen waren an vielen Punkten im IGA-Park verteilt, deren Ausführungen jede Stunde wiederholt wurden. So hatte man während der jeweils vier Stunden an den beiden Abenden genügend Zeit alle Bereiche der LichtKlangNacht zu erkunden. Die weiterhin klassisch Interessierten zog es in den Chinesischen Garten, wo der Opernchor des Volkstheaters mit Stücken von Nepomuk Škroup, Rossini und Verdi einen musikalischen Spaziergang durch fantastische Wasserwelten anbot. Die Tanz- und Turnbegeisterten zog es ein Stück weiter in den Rhododendrenhain, der ausgerüstet mit einer Lasershow und Musikanlage die Bühne für die Show des Hanseturnvereins Rostock war.

Während am Strand bzw. Anleger des Traditionsschiffes „Typ Frieden“ preisgekrönte Kurzfilme auf die Außenbordwand des Schiffes projiziert wurden, die man gemütlich an der Promenade sitzend genießen konnte, geriet man ein paar Meter weiter unerwartet schnell in eine Zuschauertraube, die sich um das „Duo Galipette“ und „Forvitinn“ scharten. Das von ihnen dargebotene Stück „Die Kleine Meerjungfrau“ war eine Mischung aus Luft-Artistik, sphärischen Klängen und Theater, welches sich vom Schiff bis zu den anliegenden Anlagen bewegte und die Zuschauer mit sich riss. Ruhiger ging es dagegen am Kiesweiher zu, wo das Gitarren/Querflöten-„Duo Maran“ – bestehend aus Gregor Siegmund und Katharina Weyer – etwas abseits von den anderen Stationen auf einem Floss (mitten auf dem See) klassische und lateinamerikanische Stücke zum Besten gab. Für mich war diese Station einer der Geheimtipps der diesjährigen LichtKlangNacht! Zum einen wegen der wunderbaren Musik, zum anderen wegen der Atmosphäre, die sich durch die Schilflichtung, Grillenzirpen und die kleine Publikumsschar auszeichnete und eine perfekte sommerliche Kulisse bot. Die für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen wohl spannendste Station der Nacht war die Feuershow der „Feuer & Flamme Crew“ der Landjugend MV am Strand des IGA-Parks. In Zusammenarbeit mit dem Percussionisten Ronny Bruch, welcher für die musikalische Untermalung sorgte, verfolgten die Zuschauer eine Darbietung aus Trommelklängen und Flammenwürfen.

Zum Abschluss wurde es noch einmal musikalisch. Im holländischen Garten erwarteten einen das Theater „Liebreiz“ und die Harfe spielende Sophia Warczak mit einer außergewöhnlichen musikalischen Reise: Die als Meerjungfrau verkleidete Harfenistin entführte einen in dem mit Fabelwesen dekorierten Haus mit den melodischen Klängen ihres Instruments. Die letzte Attraktion des Abends war die für die Abende im Weidendom angesiedelte Band um Jacqueline Boulanger, die zu später Stunde mit Jazz-Klassikern und einem Hauch Soul und Funk die Nacht ausklingen ließ. Besonders ein Cover des berühmten Songs „Lady Marmelade“ von La Belle hauchte dem gefüllten Weidendom noch einmal Leben ein und sorgte mit den anderen Songs für einen grandiosen Abschluss.

Die 7. LichtKlangNacht war ein Ereignis, welches für jeden etwas zu bieten hatte. Den zahlreichen Besuchern wurde eine fulminante Nacht der Kultur und Kunst geboten, auf die sie sich nächstes Jahr bestimmt wieder freuen werden. Ich tue es auf jeden Fall!