Rebellische Norddeutsche – „Space Pirates“ im Peter-Weiss-Haus

Space Pirates Teasermotiv
© Karl Michael Constien

Am 18. wurde im Peter-Weiss-Haus (PWH) die Ausstellung „Space Pirates“ eröffnet. Gezeigt wird Streetart auf höchstem Niveau. Derzeit eine der beliebtesten und damit auch teuersten Künste (1,8 Mio. erreichte 2008 ein Werk von Banksy).

Mit Malerei auf Leinen, Holz, Wand, Pappe und Papier, aber auch Textildesign, Installation und Skulpturen bietet die Verkaufs-Ausstellung im PWH ein breites Spektrum. Die teilnehmenden Künstler sind Sebastian Volgmann, Christoph Kukla, Karl Michael Constien und Stephan Jamborsky.


© Stephan Jamborsky

Stephan hatte ich vor vielleicht zehn Jahren zum letzten mal persönlich getroffen. Zu der Zeit hatte er schon in erstaunlich kurzer Zeit unglaublich viel gezeichnet. Ich erinnere mich an diverse Fantasiefiguren und Konzeptart. Das kommt nicht von ungefähr. Sein Vater arbeitet an der Hochschule Wismar und zwischen unseren Vätern bestand eine enge Künstlerfreundschaft. Während die Eltern über Kunst sprachen, spielten wir draußen und förderten unterbewusst unser kreatives Potential. Vor Verabschiedung gab es oft noch eine Präsentation oder Vorführung für die Erwachsenen.


© Stephan Jamborsky

Vier Hauptmotive von Stephan zeigen das Thema Alkoholismus auf ganz eindringliche Weise. Zwei der Trinker sind extrovertiert und geben damit an, dass sie trinken. Jugendliche sind heute immer stärker durch den grenzenlosen Alkoholkonsum gefährdet. Es ist schick sich ins Koma zu saufen.

Die anderen beiden sind introvertiert. Sie haben mit der Welt bereits abgeschlossen. Aufgegeben. Und werden von der Welt auch nicht mehr wahrgenommen. Es interessiert sich keiner mehr für sie. Sie verkommen. Das ist uncool.

Akustik Labor
Akustik Labor heizen das Peter-Weiss-Haus ein

Bei einer klassischen Vernissage steht man mit einem Glas Wein in der Ecke, lauscht den beruhigenden Worten des Galeristen oder sogar des Künstlers und anschließend einer klassischen Geige oder im besten Fall Blockflöte. Anschließend steht man nickend vor irgendwelchen nichts sagenden Abstraktionen. Das war im PWH nicht so. Dafür sorgte auch die anwesende Musik – so bunt, fast wie beim Fusion-Festival von HipHop bis Elektronik.

Die Ausstellung ist noch bis 31. März im Peter-Weiss-Haus zu sehen.