See more Jazz

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Jazz ist, was zwischen dir und mir passiert, ist Liebe.“, was der amerikanische Sänger Teddy Wilson einst bekannte, mag auch auf die Veranstalter Andreas Martens (Jazzclub Rostock) und René Geschke (Jazzdiskurs Rostock) zutreffen, die mit viel Engagement und Liebe zur Musik es in diesem Jahr erneut geschafft haben, zum 5. Mal das See More Jazz Festival zu organisieren.

In den Tagen vom 16. bis 18. August schlägt somit Rostocks Herz zum Beat des Jazz, Takt und Ton werden dabei tolle nationale wie internationale Künstler wie Marcin Wasilewski Trio aus Polen, Edo Zanki & Band aus Deutschland, Twana Rhodes und Kyle Eastwood Quinett aus den USA und Vadim Neselovskyi’s Bez Granit aus der Ukraine vorgeben. Den passenden  Rahmen zu diesen musikalischen Höhepunkten bilden auch in diesem Jahr wieder der Klostergarten, der Zoologische Garten sowie die Kunsthalle Rostock.

Aus diesem Grund wird dringend dazu geraten, das Motto des Festivals wörtlich zu nehmen und sich die Vertreter einer sehr lebendigen Jazzszene nicht entgehen zu lassen.

1. Tag, 16. August 2013, ab 19:30 Uhr im Klostergarten

Marcin Wasilewski Trio (Polen)

Marcin Wasilewski TrioDie Namen Marcin Wasilewski, Slawomir Kurkiewicz und Michal Miskiewicz muss man sich merken. Wenn einem die drei jungen polnischen Musiker nicht ohnehin ein Begriff sind. Immerhin haben sie als „Simple Acoustic Trio“ schon als Teenager einige preisgekrönte Alben aufgenommen. Seit über zehn Jahren sind sie  außer-dem nicht mehr von der Seite des Trompeters Tomasz Stanko wegzudenken, haben ihn auf internationalen Tourneen und natürlich auf den preisgekrönten Alben „Soul Of Things“ und „Suspended Night“ mehr als begleitet. “In der gesamten polnischen Jazzgeschichte gab es noch nie so eine Band“, schwärmt Stanko. „Ich werde jeden Tag aufs Neue von diesen Musikern überrascht. Sie werden einfach immer besser.“

Bereits seit 1993 spielt das junge Trio aus Polen in der gleichen Besetzung zusammen und hat eine Tiefe im Zusammenspiel, die wirklich einzigartig ist: Sie entwickeln ein sehr fein dynamisches Ensemblespiel, in dem alle gleichsam die Musik mitgestalten. „Die vielen Jahre, die sie zusammenspielen, haben die drei Musiker zu einem Ensemble mit einem zutiefst symbiotischen kreativen Fluss zusammengeschweißt“, schrieb Don Heckman einst in der Los Angeles Times über das Trio. Dieses Trio spielt Musik von enormer melodischer Schönheit: Lyrisch sind die Stücke, luftig wirken sie, und eine raffiniert versteckte Vertracktheit lässt sie stets organisch daherkommen und dabei doch etwas Rätselhaftes in sich tragen.“ (Roland Spiegel, BR Klassik)

Ab 21:30 Uhr im Klostergarten

Edo Zanki und Band (Deutschland)

Gerade als Produzent hat Edo Zanki ein wichtiges Stück deutscher Popgeschichte geschrieben. So arbeitet er bis heute mit Dutzenden von Pop- und Rockgrößen wie Sasha, Thomas D., Rainhard Fendrich, Ulla Meinecke, Anne Haigis, Herbert Grönemeyer, Ina Deter, Tina Turner, André Heller, Xavier Naidoo, den Söhnen Mannheims, Julia Neigel u.v.a zusammen. Edo Zanki & Band

Zankis eigene Soloalben formten seit den 80ern textlich und musikalisch das Bild eines Singer/ Songwriters in deutscher Sprache, das sich musikalisch nicht aus dem traditionellen Chanson, sondern aus dem afroamerikanischen Soul und Blues und aus Zankis mediterraner Herkunft speist. Hits, wie, „Tänzerin im Sturm“, „Dein roter Mund“, und „Gib mir Musik“ sprechen für sich. 

„Er spielt mit dem Arsch Klavier und singt dir mitten ins Herz“. (Ulla Meineke)

2. Tag, 17. August 2013 ab 19.00 Uhr im Zoologischer Garten

Twana Rhodes und Band (USA)

Klar und kraftvoll ist der Gesang der zurzeit in Berlin lebenden Texanerin; – wandlungsfähig die Stimme, mit der sie hauchzart die Höhen und sonor die Tiefen des Lebens durchdringt. – Ihre großartige Bühnenpräsenz tut ein Übriges dazu. Twana Rhodes vermag in ihren Liedern ihr Leben sprechen zu lassen.
Was kann reizvoller sein als eine gut erzählte Geschichte, die auf einer mitreißenden Melodie surft, während die Interpretin das, was sie erzählt, praktisch noch einmal durchlebt. So entsteht, was vom Hörer Besitz ergreift und ihn für eine weite Lebensstrecke nicht mehr loslässt, mit einiger Intenstität. Das hat seinen Grund. Zusammen mit ihrer Band Band, teilte sie das Rampenlicht mit Größen wie George Benson und Al Jarreau in der Stuttgarter Jazz Open und gastierte beim renommierten Jazz Baltica Festival.
Aber auch Studio-Produktionen mit Richard Bona und Adam Holzman, Aufnahmen mit Horace Parlan, Sitzungen mit Markus Stockhausen und Tourneen durch Europa mit einer verrückten Ska-Band namens THE BoB Color gehören zu den Highlights in ihrer Karriere. Twana Rhodes‘ Musik einem Genre zuzuordnen ist schwer:  Jazz? – Zumindest jazzig.  Pop? Auch. Jemand hat mal Deep Pop dazu gesagt.  Twana arbeitet mit Emotionen, wie es ein Singer/Songwriter tut.
Also von allem etwas und gleichzeitig zwischen allen Stühlen.

Ab 21:00 Uhr im Klostergarten

Kyle Eastwood Quintett (USA)

Kyle Eastwood QuintettClint Eastwoods Sohn gilt als erfindungsreicher, inspirierter und weltoffener Jazz-Bassist. Schon im Kindesalter nahm ihn sein Vater regelmäßig mit zum kalifornischen Monterey-Jazz-Festival. Und so lernte Kyle solche Größen wie Miles Davis oder Sarah Vaughan im Backstage-Bereich aus nächster Nähe kennen. Nur zum Spaß lernte Kyle Gitarre zu spielen, im Alter von 18 Jahren wechselte er dann zum Bass und nahm die Musik fortan auch etwas ernster. Fünf Jahre später gründete er das West Quintet und dies markierte auch den Einstieg ins professionelle Musik-Geschäft.
Kyle Eastwoods mittlerweile 4. Album ‚Metropolitain‘, auf dem unter anderem auch Till Brönner mitwirkt, erscheint pünktlich zum See More Jazz diesen Jahres.
Aber auch im aktuellen Film seines Vaters ‚Gran Torino‘ sind seine Kompositionen zu hören  – für diesen und die drei vorherigen Filme komponierte er die Soundtracks.

3. Tag, 18. August 2013 ab 11.00 Uhr in der Kunsthalle

Vadim Neselovskyi Trio (Ukraine)

Bez Granitz” bedeutet grenzenlosauf Russisch.

Schon als Kind habe ich mich immer für Grenzen interessiert. Als ich in der Sowjetunion aufwuchs, waren Grenzen für uns unpassierbar. Deswegen vielleicht faszinieren mich bis jetzt die Grenzgebiete zwischen Europäischen Ländern, wie z. B in Görlitz – man spürt etwas Interkulturelles in der Luft liegen – es ist nicht Deutschland, oder Polen – es ist irgendwo in der Mitte, und man kann sich frei zwischen den Kulturen bewegen“ – so Pianist und Komponist Vadim Neselovskyi über sich. Auch in seiner Musik läuft der 33–jährige Musiker gerne die Grenzen entlang –“More than just a strong pianist… he is a composer who blends form and freedom in new ways” sagt „All About Jazz“ über die Kompositionen des Gewinners der Thelonious Monk International Jazz Composers Competition 2010.

Wie findet man die Musiker, mit denen man zusammen die Spannung zwischen Form und Freiheit weiter erforschen kann? Ganz einfach – man sucht nach Grenzgängern! Bodek Janke – ein Schlagzeuger und Perkussionist, von dem der große Meister Peter Erskine sagt: „Er schafft sich seine eigenen Regeln, und das ist der richtige Weg“. In Polen geboren, in Deutschland aufgewachsen, beherrscht er Polnisch, Deutsch und Russisch als Muttersprachen, so ist er selbst eine Synthese aus mehreren Kulturen.

Der Russische Dichter Evgenij Evtuschenko hat einmal gesagt: „Ein Poet in Russland ist mehr als ein Poet!“ Und obwohl der Kontrabassist Alex Morsey mit Sicherheit zu den gefragtesten Bassisten Deutschlands gehört und mit vielen weltberühmten Stars von Clark Terry bis Norma Winstone spielte, ist er auf jeden Fall mehr als ein Kontrabassist. Seit Jahren beschäftigt Morsey sich mit Musik aus aller Welt, er erlernte z.B. das mongolische Oberton-Singen und die marokkanische Guembri. Wenn man noch dazu erfährt, dass er virtuos Tuba spielt, wird einem sofort klar – der dritte Grenzgänger ist gefunden.

 „Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen“ – hat Frank Zappa mal gesagt. Erleben Sie die Vadim Neselovskyi’s Bez Granitz am besten selbst…

Weitere Informationen, das Programm und Informationen zum Ticketkauf finden Sie hier:

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