„too matsch“ – Letzte Vorstellung

Wohlangemessener Beifall tönte am Dienstag Abend aus dem großen Saal des Peter-Weiss-Hauses, denn hier wurde gerade die letzte Vorstellung des Stücks „too matsch“ gegeben. Die Produktion des Jugendtanztheaters Rostock stand unter der Leitung von Tanzlehrer Peter Mann, der sich zusammen mit 12 jugendlichen Tänzern und Tänzerinnen mit dem Thema der Überforderung in Alltagssituationen auseinandergesetzt hat.

Es wird ein Aufschrei gegen viel zu viele Herausfordungen dargestellt, welche letzendlich in Misserfolge und Erschöpfung münden.
Das Bühnenbild und die Kostüme sind äußerst schlicht gehalten: schwarze Wände, schwarze Kleidung und überwiegend wenig Beleuchtung. Für die Zuschauer leider kaum lesbar, erscheinen irgendwann Tausende von Gedanken auf dem Boden. Mit weißer Kreide werden sie geschrieben, um kurz darauf von den dunklen Kostümen der Tänzerinnen wieder verwischt zu werden.
Die einzelnen Szenen grenzen sich stark voneinander ab und zeigen meist skurrile Übertreibung bei den scheinbar normalsten Dingen. Überwiegend lässt sich die Stimmung als sehr nervös und dunkel bezeichnen, teilweise sind die Darstellungen beinahe krankhaft. Um ehrlich zu sein, haben mir persönlich sogar einige positive Elemente zwischendurch gefehlt, auch unter dem Aspekt, dass die Überforderung Jugendlicher mit dem Alltag ein sehr ernstzunehmendes Thema ist. Als Höhepunkt dieser Tanztheaterproduktion sehe ich den kleinen Part, in dem ein Quartett aus zwei Mädchen und zwei Jungen mit Breakdance-Elementen sein Können zeigt. Überhaupt stechen die Jungen durch ihren starken Tanzstil heraus.
Was ich teilweise vermisst habe, ist der konkretere Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Geschehen. Auch für ein Tanztheater hätte meiner Meinung nach ein besser erkennbarer Leitfaden vorhanden sein müssen, weshalb sich das Publikum nicht zur Euphorie hinreißen ließ. Dennoch ein gelungener Anstoß, über das Thema der Überlastung von Jugendlichen nachzudenken.

Getanzt haben: Charotte Behrend, Tabea Franck, Daria Hasse, Anne Hilliger, Annabel Kock,
Daniel Leingang, Helene Nozon, Mia Perkuhn, Nane Petzold, Tom Schulze-Wollgast,
Inken Wieting und Maria Zendeh
Die letzten Vorstellungen fanden am 3. und 4. September statt.