Die Deutschen Vietnamesen

Tues Erinnerungen aus Berlin ist Teil der neuen Ausstellung im Böll Haus

Tues Erinnerungen aus Berlin.

Die Geschichte der Migration von Vietnam nach Deutschland reicht weit zurück. Schon in den 1950er Jahren wurden vietnamesische Kinder in der DDR zu einer sozialistischen Elite erzogen. Andere kamen als Vertragsarbeiter in die DDR oder gelangten als Bootsflüchtlinge in die BRD, um Krieg und Armut zu entkommen.

Auch Rostock war Anfang der 1980er Jahre Ziel der ersten Einwanderer aus Vietnam. 1989 lebten ungefähr 1500 Vietnamesen in der Stadt. Sie waren vorrangig als Hilfsarbeiter im Seehafen Rostock, im Textilbetrieb „Shanty“ sowie im Wohnungsbaukombinat beschäftigt. Die Vertragsarbeiter lebten gesellschaftlich isoliert in betriebseigenen Wohnheimen, innerhalb der Neubaugebiete östlich und westlich der Warnow. Nach der Friedlichen Revolution wurden fast alle entlassen. In der Folge kehrten die meisten nach Vietnam zurück.
Nguyen Phuong-Dan, Sohn vietnamesischer Einwanderer, und Stefan Canham machten sich auf den Weg nach Vietnam, um Vietnamesen zu besuchen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Zeitlang in Deutschland gelebt haben und später wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Sie trafen Menschen, die ihnen von ihren persönlichen Geschichten, Wegen, Umwegen und manchmal auch Irrwegen nach Deutschland erzählten. Entstanden ist eine bewegende Ausstellung, die dank der einfühlsamen Porträts und persönlichen Schilderungen zeigt, wie internationale politische und gesellschaftliche Entwicklungen individuelle Lebenswege vollständig verändern können. Und überrascht entdeckt man dabei, wie vertraut das Fremde und wie unbekannt das vertraut Geglaubte sein kann.

Eine Veranstaltung von Diên Hồng, Heinrich-Böll-Stiftung MV und Bunt statt braun
Ausstellungszeit: 16.08.-13.09.2012, Mo – Do von 10 bis 17 Uhr und nach Absprache

Ausstellungseröffnung mit Nguyen Phuong-Dan und Stefan Canham
Mi, 15.08.2012, 17 Uhr | Haus Böll, Mühlenstr. 9, 18055 Rostock