Zwischen „Vorspiel“ und Ekstase – Vielfalt im Zwischenbau

Vorspiel live

Kürzlich waren wir im Zwischenbau Rostock zu Besuch und haben mit Anne Roloff gesprochen. Sie ist Veranstaltungskauffrau und im Zwischenbau für die Planung und Umsetzung der verschiedenen Veranstaltungen zuständig. 

Kulturhafen: Was unterscheidet den Zwischenbau von anderen Locations in Rostock?
Anne: Als Club muss man sich entscheiden, in welches Genre man greifen möchte. Es gibt Clubs, die besinnen sich auf Rock-Musik, Blues und andere wiederum speziell auf Elektro. Der Zwischenbau versucht all diese Sparten abzudecken und auch die, die sonst kein standing in Rostock haben, wie z.B. Hip Hop, Ska, Goa und Reggae. 

Kulturhafen: Wie wählt ihr die Künstler aus, die bei euch auf der Bühne stehen?
Anne: So, wie andere Konzerthäuser auch. Einmal gibt es die Möglichkeit, dass man angefragt wird oder man fragt an und daraus entsteht dann das Lineup. Natürlich schaut man was einem der Künstler bringt. Also wie viel Publikum bringt der Künstler ins Haus? Hat der Künstler das Potential berühmt zu werden, sodass man sagen kann, dass man den Künstler bereits bei sich hatte, bevor er bekannt wurde? Wichtig ist uns aber auch, dass wir Künstlern aus Rostock eine Bühne bieten können. Also nicht nur in die Welt rausgucken, sondern auch einfach mal vor die eigene Haustür. 

Kulturhafen: Auf welche kommenden Events kann man sich bei euch besonders freuen bzw. freut ihr euch besonders drauf?
Anne: Also, ich glaube worauf sich das gesamte Zwischenbau-Team jetzt schon freut, ist Fips Asmussen. Er bedient das Genre Comedy und tritt bereits zum dritten Mal im Zwischenbau auf. Ein weiteres Highlight wäre Rocko Schamoni. Mal liest er, mal singt er, bei uns wird er beides machen. Dann haben wir noch Sarah Kuttner, die man von MTV und MTVplus kennt. Kurz darauf, im Mai, besucht uns Markus Kavka. Das ist natürlich eine alteingesessene Rampensau, der in seiner Show auf ZDFkultur bekannte Rockbands interviewt und näher beleuchtet. Im Mai sind dann auch „The Love Bülow“ wieder in Rostock. Die haben vor drei Jahren Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvision Song Contest vertreten und machen jetzt wieder gemeinsam Musik. Die Orsons, eine wirklich super nette Truppe, kommen auch wieder in den Zwischenbau, wie schon einmal vor zwei Jahren. Auf Anhieb wären das so die, wo ich sagen kann: Darauf freuen wir uns und ich hoffe, auch die Rostocker! 

Kulturhafen: Was kann man bei euch unter der Woche so alles erleben? 
Anne: Immer im Programm haben wir montags die Veranstaltungsreihe „Vorspiel – Bühne für Bands“. Da geht es darum, dass immer eine Band von der Rock- und Pop-Schule als Vorband auftritt und eine Band, die sich vorher bei uns bzw. mir angemeldet hat. Das geht ganz formlos über Facebook oder direkt über die Kontaktmöglichkeiten auf unserer Website. Dann gucke ich mir an, was die Band für Musik macht, wünsche mir natürlich immer ein paar Mitschnitte, damit ich mir einen Eindruck verschaffen kann und dann ist es einfach nur noch eine Absprache von Terminen, bis man bei uns auf der Bühne stehen kann. Mittwoch haben wir unseren Sporttag mit Zumba, Kraftsport und Pingpong mit Fitness Falk. Und Donnerstag, Freitag und Samstag sind dann eben die Tage für Veranstaltungen. 

Kulturhafen: Kann man den Zwischenbau auch privat mieten?  
Anne: Ja, der Zwischenbau ist mietbar, das geht auch ganz formlos. Einfach eine Anfrage an info@zwischenbau.com schreiben und sagen, man möchte eine Veranstaltung machen. Das kann auch ein Konzert sein. Nicht jede Veranstaltung im Haus ist von uns organisiert. Wir vermieten natürlich auch für andere Konzerte und Partys. Einfach das Konzept kurz beschreiben, mit wie vielen Gästen man rechnet und natürlich welchen Wunschtermin man hat und dann kriegt man eine Antwort, ob das Ganze so passt und stimmig ist und der Rest ist Verhandlungssache. 

Kulturhafen: Was wünscht ihr euch für die kommenden Jahre?
Anne: Da hat sicherlich jedes Mitglied vom Zwischenbau seine eigenen Wünsche und ich kann jetzt nur für mich sprechen. Ich wünsche mir für die nächsten Jahre, dass der Club bekannter wird für gute Veranstaltungen und für ein vielfältiges Programm. Und, dass die Leute merken, wie viel Arbeit dahinter steckt, die wir natürlich sehr gerne machen, und dies zu schätzen wissen. Dass sie merken, da sind Leute, die sich wirklich viele Gedanken machen und einiges auf die Beine stellen und dass es nämlich nicht immer selbstverständlich ist, Freitag Abend feiern gehen zu können. Und natürlich wünschen wir uns mehr Gäste und mehr Programm. 

Kulturhafen: Gibt es noch etwas, dass dir besonders am Herzen liegt von dem du uns mehr erzählen möchtest?
Anne: Mein Baby im Club ist ja „Vorspiel“.
Kulturhafen: Dann erzähl doch mal wieso dir gerade dieser Programmpunkt so wichtig ist.
Anne: Ja, warum ist mir „Vorspiel“ so wichtig? Einfach, weil es Musik von vor der Haustür ist. Der Trend geht ja immer mehr dahin, dass gesagt wird: „Wir wollen die großen Acts sehen, die bekannten Künstler, die bei Facebook 500.000 Likes und mehr haben.“ Und dabei geht leider viel unter. Und dem wiederum versuchen wir mit „Vorspiel“ etwas entgegen zu wirken. Wir wollen zeigen, dass man eben nicht die große Kohle ausgeben muss für fette Acts, sondern es geht auch in sehr klein. Rostock hat viel Potential und deswegen mache ich „Vorspiel“ auch so gerne, weil es mich immer wieder erstaunen lässt, wie viele Bands hier in Rostock rumschwirren. Ich schaffe es, jeden Montag zwei Bands auf die Bühne zu bringen, manchmal drei und die Bands nehmen es dankend an. Die nächsten Termine, die ich vergeben kann, sind im Juli. Und das müssen die Rostocker merken, gucken und die Augen aufmachen. Im Sommer machen wir das Ganze draußen als Open Air und außerdem haben wir auch noch den Contest am Laufen, bei dem die Bands einen Opening-Auftritt beim „Rostock Rockt Musikfestival“ gewinnen können. So ein Auftritt beim „Rostock Rockt“ macht sich natürlich immer gut im Portfolio einer Band und wir hoffen damit natürlich auch, dass die Künstler durch solche Aktionen etwas mehr Bekanntheit erlangen und auch über „Vorspiel“ hinaus bekannt werden.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Mitarbeitern des Zwischenbaus und natürlich besonders bei unserer Interviewpartnerin Anne für ihre Zeit. Alle Termine im Detail findet ihr auf der Homepage des Zwischenbaus.